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Von ängstlichen Kinderärzten und vom MACHEN! und dem HealthCareCamp

Diese Folie entstand für die Freunde von Health 2.0 meetup in Berlin.

Wer lässt sich schon gern die Butter vom Brot nehmen? Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn es um die Gedankenhoheit geht, welcher Weg für wen mit welcher Konsequenz der richtige sein sollte. Längst verlieren viele Argumente, die bereits vereinbarte Zukunftsszenarien abwehren wollen, an Kraft. Sie wirken fadenscheinig, zu dünn, manches Mal sogar fahrlässig.

Wie diese Argumente entstehen

Immer dann, wenn etwas Fremdartiges in unsere Komfortzonen einbricht, reagieren wir reflexartig mit Abneigung, mindestens mit respektivollem Abstand. Natürlich nicht alle Menschen. Doch es dürfte klar sein: es hat etwas mit Schutz zu tun. Denn wer sich ohne Reflektion auf möglicherweise zu dünnes Eis begibt, erleidet einen qualvollen Tod. Das haben wir über Jahrtausende gelernt.

Wir haben aber auch gelernt, uns vorzuwagen und die Umstände im Sinne einer Weiterentwicklung zu nutzen. Und wenn die meisten begriffen haben, das Eis trägt uns und wir haben das Ufer bereits einige Male bei stabilen Temperaturen gewechselt, stehen andere immer noch wir angefroren da und argumentieren, dass Sie dem Eis nicht trauen. Deshalb wirken die meisten angesprochenen Argumente mittlerweile sehr dünn.

Heute sind Reflexe nicht immer hilfreich. Denn entfalten sie in Ihrer Wirkung einen zu langen Nachhall, erfahren sie den Status einer Haltung, aus der man ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommt. Zum Beispiel …

Angst der Ärzte vor dem Internet

Da wäre also dieses Internet und seine Macht, die Gesellschaft und unsere Kultur zu verändern. Auf Ärzte wirkt das befremdlich, weil es längst die Arzt-Patientenbeziehung verändert hat. Und dann auch wieder nicht. Seit 15 Jahren diskutiere ich persönlich mit vielen über die Bedeutung des Internets. Seit über 10 Jahren mit Ärzten und Ihrer flankierenden Administration.

Das neue Ding verspreche viel, halte aber wenig, sagt der Akademiker, der in den Augen seiner Patienten unmenschliches leistet, weil er medizinische Zusammenhänge beurteilen kann, aber das Internet nicht. Zur Sicherheit wird noch schnell pauschalisiert und alles, was im Internet über Gesundheit und Krankheit als Content zu finden ist, ist per se weniger Wert als die Einzelmeinung des Arztes.

Dazu vielleicht folgende Einlassung, die ich im Twitter Stream zur re:publica 13 von Andrea Kamphuis gefunden habe:

Von bekloppten Projekten wie diesem hier

Vor gefühlt einigen Jahren habe ich mal eine Initiative geplant: “Mehr Medienkompetenz für die Gesundheitswirtschaft”. Leider ist das gescheitert, weil man medienkompetent hätte sein müssen, um die Initiative zu verstehen. Eigentlich ist es auch gar nicht so lange her.

Nicht nur Sascha Lobo hat seine bekloppten Projekte, die sich unter dem Denkmantel “Machen” dokumentieren, selbst dann wenn Sie lächerlich und für die meisten nicht Eingeweihten seltsam klingen mögen. MACHEN!

Dieses Blog ist eine meiner Antworten auf das MACHEN! von Sascha Lobo. Das hat er vorgestern bei der re:publica ausgesprochen bzw. eingefordert. MACHEN! als Kampfansage die Unüberzeugten zu überzeugen.

MACHEN! heißt für mich, keine Faxformulare mehr erfinden, mit denen ein Arzt oder ein Krankenhaus mit mir in Kontakt treten könnte. MACHEN! heißt für mich auch XING zu nutzen, um mich für interessante Projekte zu bewerben, deren Projektleiter noch gar nicht bei XING angemeldet sind. MACHEN! heißt auch, Ärzte nicht mehr vor den Wahrheiten des Internets, die natürlich nicht allein von mir stammen, zu schützen, Terminologie zu übersetzen oder alles haarklein zu erklären.

Der beste Grund als Leser dieses Blogs mit mir in Kontakt zu treten ist: Man weiß, man wird angesprochen, versteht aber nichts von alledem hier.

HealthCareCamp heißt WIR MACHEN!

Und dann noch etwas. Aktuell läuft die Blogparade zum im Juni stattfindenden HealthCareCamp 13, dem ersten BARCAMP für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Wieder was Neues, wieder etwas andersartiges, das auch etwas mit dem Internet zu tun hat und doch ganz einfach auf Stühlen, meinetwegen Bierbänken oder anderen Sitzgelegenheiten stattfinden wird.

Rund um die Veranstlatung bildet sich gerade ein Netzwerk mit Leuten, die MACHEN! wollen und deshalb reiche ich diesen Beitrag ein zur Blogparade. Denn er soll verstärken, was eh schon klar ist. Wir müssen jetzt mal MACHEN!

Trackback von deiner Website.

Frank Stratmann

... ist seit 2003 Projektentwickler für digitale Kommunikationskultur und virtuelle Beziehungsnetzwerke in der Gesundheitswirtschaft. Kurz Community Manager Healthcare für Gesundheitsnetzwerke, Ambulatorien, Medizinische Versorgungszentren, Klinik und Krankenhaus. Seit 2013 ist Frank Stratmann als Leiter Vertrieb Region West der Sana Kliniken AG. für die strategisches Marketingaufgabe eines an Werten ausgerichtetes Einweiserbeziehungsmanagements verantwortlich.